Ärzte und Therapeuten

1. Vertrauen schaffen und investieren

Ohne Hausarzt, Fachärzte und Therapeuten ist ein Leben mit behindertem Kind nicht denkbar. Einen gewissen Anspruch an die persönliche und fachliche Qualität von Ärzten und Therapeuten sollten Pflegeeltern durchaus mitbringen. Ohne die eigene Bereitschaft, die Zwänge des Gesundheitswesens zu erkennen und mit etwas Geduld auf diese Personen zuzugehen, kann man schnell den Blick für die vorhandenen Möglichkeiten verlieren.

Also gilt es durch eigene Zuverlässigkeit und Mitwirkung Vertrauen zu schaffen wie auch eigenes Vertrauen in die Kompetenz dieser notwendigen Helfer zu investieren. Auf einer Basis beiderseitigen Vertrauens funktionieren Untersuchun-gen, Verordnungen und Therapien hervorragend, auch wenn im Einzelnen bisweilen nicht alles so perfekt ist, wie man das gerne hätte.


2. Ohne Übertreibung das Bestmögliche versuchen

Es ist angebracht, im Laufe eines Pflegeverhältnisses öfter darüber nachzudenken, was man als Pflegeeltern eigentlich für das Kind erreichen will. Es ist gar nicht so einfach, Ziele zu beschreiben, die weder zu niedrig noch zu hoch angesetzt sind. Die Vielfalt der Lebensbereiche macht deshalb systematisches Vorausdenken notwendig. Eine Hilfe sollte dabei das (hoffentlich regelmäßige) Hilfeplangespräch mit dem Pflegekinderdienst des Jugendhilfeträgers und möglichst den wichtigsten Beteiligten sein. Eine eigene regelmäßige Familienbestandsaufnahme ohne fremde Personen ist trotzdem notwendig.

Wer bereit ist, ohne übertriebene Erwartungen doch das Bestmögliche zu versuchen, wird die mittelfristigen Ziele beschreiben und festlegen können. Das ist im therapeutischen Bereich auch ein Mittel, bescheiden und realistisch zu bleiben. (Beispiel: Für eine Delfin-Therapie ist oft ein Familienhund die bessere, weil täglich wirkende Alternative)


3. Netzwerke finden

Die beste Entscheidungshilfe für die Auswahl der geeigneten Ärzte und Thera-peuten bieten noch immer die jeweils auf die besondere Behinderung spezialisierten Fach- und Selbsthilfeverbände. Oft genügt eine Internetrecherche als Weg zum passenden Verband. Eine Mitgliedschaft lohnt sich immer.

Erfahrungsberichte, Fachseminare, Artikel in den entsprechenden Veröffentlichungen (Rundbriefe, Verbandszeitschriften o.ä.) und Kontakte zu Familien mit fast gleichen Problemen bieten eine ausgezeichnete Hilfe für alle Fragen des Alltags, besonders für medizinische und therapeutische Fragen.